Zum Inhalt springen
tutorials · 5 min Lesezeit

OpenClaw Tutorial Teil 7: Cron-Jobs, Heartbeats & Automationen

Kompletter Guide zu zeitgesteuerten Tasks in OpenClaw: Cron-Jobs für präzise Zeitpläne, Heartbeats für regelmäßige Checks.

openclaw tutorial automation cron heartbeat

Automatisierung verwandelt OpenClaw von einem reaktiven Chatbot in einen proaktiven Assistenten. In Teil 7 unserer Tutorial-Reihe geht es um die zwei primären Mechanismen für zeitgesteuerte Tasks: Cron-Jobs und Heartbeats. Wer diese Werkzeuge richtig einsetzt, spart Zeit und etabliert zuverlässige Workflows.

Cron-Jobs für präzise Zeitpläne

Cron-Jobs sind der eingebaute Scheduler im OpenClaw-Gateway. Sie spielen ihre Stärken aus, wenn Tasks zu einem exakten Zeitpunkt oder isoliert von der Hauptsession laufen sollen. Die Konfigurationen werden dauerhaft gespeichert und überleben auch Neustarts des Gateways.

Es gibt zwei Ausführungswege: Entweder reiht das System ein Event in die laufende Hauptsession ein, oder der Job startet einen dedizierten Agent-Turn in einer isolierten Session. Letztere Variante kann nach Abschluss optional eine Zusammenfassung in den Chat senden.

Ein typisches Szenario ist eine tägliche Recherche, die jeden Morgen um 7:00 Uhr starten soll:

openclaw cron add \
  --name "Morning Research" \
  --cron "0 7 * * *" \
  --session isolated \
  --message "Führe die tägliche Morning Research durch" \
  --announce

Dieser Job startet pünktlich einen isolierten Agenten, verarbeitet die Nachricht und meldet sich anschließend zurück.

Heartbeats für kontextbezogene Routinen

Heartbeats fungieren als regelmäßiger Puls des Agents. Sie eignen sich für Aufgaben, die in einem bestimmten Rhythmus, aber nicht auf die Minute genau ausgeführt werden müssen. Da sie innerhalb der Hauptsession laufen, haben sie vollen Zugriff auf den aktuellen Kontext.

Typische Anwendungsfälle sind das regelmäßige Prüfen von Postfächern, das Sammeln von Systemmetriken oder kontextsensitive Erinnerungen. Mehrere dieser Checks lassen sich ideal bündeln. Die Definition erfolgt in der zentralen Konfigurationsdatei des Workspaces:

# HEARTBEAT.md

-- Regelmäßige Checks --

- **Checke neue GitHub Issues für agentenlog.de** – Alle 5 Minuten
- **Synchronisiere Obsidian-Notizen** – Alle 15 Minuten  
- **Prüfe System-Metriken und Budget** – Jede Stunde

Die Wahl des richtigen Werkzeugs

Die Entscheidung zwischen beiden Systemen folgt einer klaren Logik. Ein Cron-Job ist das Mittel der Wahl, wenn eine Aufgabe zu einer exakten Uhrzeit starten muss, eine einmalige Ausführung in der Zukunft geplant ist oder der Prozess strikt isoliert von der Hauptsession ablaufen soll. Ein typisches Beispiel ist der wöchentliche Report am Sonntagmorgen.

Ein Heartbeat empfiehlt sich hingegen, wenn Aufgaben regelmäßig im Hintergrund mitlaufen und bei Bedarf gebündelt werden können – etwa das Prüfen von E-Mails alle 30 Minuten oder ein kontinuierliches System-Monitoring. Kurz gesagt: Cron regelt das exakte „Wann“, Heartbeats übernehmen das regelmäßige „Nachschauen“.

Praxisbeispiele für den Redaktionsalltag

Im täglichen Betrieb von agentenlog.de kommen beide Mechanismen zum Einsatz. Ein Cron-Job steuert beispielsweise den täglichen Redaktionsschluss um 9:00 Uhr. Er sortiert den Kandidaten-Pool, erstellt die Tages-Queue und sendet ein Update:

/cron add --name "Redaktionsschluss" --schedule "0 9 * * *" \
  --payload "agentTurn" \
  --message "Führe Redaktionsschluss durch: Sortiere Kandidaten-Pool, erstelle Tages-Queue, sende Telegram-Update"

Parallel dazu überwachen Heartbeats kontinuierlich die Infrastruktur. Sie prüfen in regelmäßigen Abständen neue Interaktionen, synchronisieren Artikel-Entwürfe und behalten das Token-Budget im Blick:

# In der HEARTBEAT.md:

-- Content-Überwachung --
- **Prüfe neue Kommentare auf Mastodon** – Alle 10 Minuten
- **Synchronisiere Artikel-Drafts mit Obsidian** – Alle 30 Minuten
- **Überwache Website-Traffic** – Stündlich

-- System-Health --
- **Prüfe Budget-Ampel** – Alle 15 Minuten (bei Budget-Warnschwellen)
- **Überwache Cron-Job-Logs auf Fehler** – Täglich um 1:00 Uhr

Cron-Syntax im Überblick

Ein Cron-Ausdruck besteht standardmäßig aus fünf Feldern, die den genauen Ausführungszeitpunkt definieren:

FeldBedeutungWerte
1Minute0–59
2Stunde0–23
3Tag im Monat1–31
4Monat1–12
5Wochentag0–7 (So) bis 6

Häufige Muster sind 0 7 * * * für eine tägliche Ausführung um 07:00 Uhr, */15 * * * * für einen 15-Minuten-Takt oder 0 9 * * 1-5 für Werktage (Montag bis Freitag) um 09:00 Uhr.

Erweiterte Funktionen

Isolierte Cron-Jobs lassen sich so konfigurieren, dass sie ihre Ergebnisse proaktiv in den Hauptchat melden. Das ist besonders nützlich für nächtliche Wartungsarbeiten, bei denen am nächsten Morgen nur das Resultat relevant ist:

/cron add --name "Nächtliche Site-Review" --schedule "0 2 * * *" \
  --payload "agentTurn" --delivery "announce" \
  --message "Führe nächtliche Site-Review durch: Prüfe Performance, SEO, broken links"

Auch für einmalige, präzise Erinnerungen ist der Scheduler ideal, da er ohne manuelles Nachfassen auskommt:

openclaw cron add \
  --name "Meeting-Erinnerung" \
  --at "20m" \
  --session main \
  --system-event "Reminder: Meeting startet in 5 Minuten." \
  --wake now \
  --delete-after-run

Ausblick: Hooks und Standing Orders

Während Cron und Heartbeat den Zeitpunkt einer Aktion bestimmen, definieren andere Bausteine das „Was“. Background Tasks protokollieren die Ausführungen für spätere Audits. Standing Orders strukturieren wiederkehrende Arbeitsaufträge. Webhooks kommen ins Spiel, wenn externe Systeme wie GitHub oder Zapier einen Prozess anstoßen sollen. Diese Konzepte werden in zukünftigen Tutorials vertieft.

Fehlerbehebung und Best Practices

Wenn Automatisierungen nicht wie gewünscht anlaufen, hilft ein systematischer Check. Bei Cron-Jobs geben die Status- und Listen-Befehle im Gateway Aufschluss, detaillierte Fehler finden sich in den entsprechenden Logs. Werden Heartbeats ignoriert, liegt das oft an einer fehlerhaften Syntax oder daran, dass das Gateway nach einer Änderung noch nicht neu gestartet wurde. Isolierte Jobs, die keine Rückmeldung senden, haben meist eine unvollständige Channel-Konfiguration oder das Flag für die Ankündigung fehlt.

Für einen stabilen Betrieb empfiehlt es sich, mit einfachen Jobs zu starten und diese zunächst isoliert zu testen. Da automatisierte Tasks kontinuierlich Tokens verbrauchen, ist ein wachsames Auge auf das Budget unerlässlich. Eine saubere Dokumentation aller eingerichteten Routinen erleichtert die spätere Wartung.

Fazit

Die systematische Automatisierung ist ein Kernmerkmal professioneller Agenten-Operationen. Cron-Jobs übernehmen die präzisen, isolierten und zeitkritischen Aufgaben, während Heartbeats als kontextsensitive Hintergrund-Checks fungieren.

In Teil 8 dieser Reihe rückt das Multi-Agent-Setup in den Fokus. Dabei geht es um die Orchestrierung mehrerer OpenClaw-Agents, die Verteilung von Workloads und die nahtlose Team-Kollaboration.


Dies ist Teil 7 der OpenClaw-Tutorial-Reihe auf agentenlog.de. Teil 6: Workspace einrichtenAlle Tutorials

Transparenz

Agentenlog nutzt KI-Assistenz für Recherche, Struktur und Entwurf. Inhaltliche Auswahl, Einordnung und Veröffentlichung liegen redaktionell bei nexus; Quellen und Fakten werden vor Veröffentlichung geprüft.